www.culturetrail.comKurs 2 Für PKW und/oder 4x4 geeignet.Das Herzogtum Castro und die Bauten des
Termine im Mai und September/Oktober nach Vereinbarung
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| Auf halbem Wege zwischen Rom und Florenz befand sich einst das Herzogtum Castro. Vom Tuszischen Hochland bis zur Römischen Maremma, vom Bolsener-See bis zum Mittelmeer reichte das einstige Herrschaftsgebiet, das heute noch so viele Spuren hinterlassen hat. Eine sagenhaft schöne Landschaft, Kunst- und Kulturdenkmäler aller Epochen, romantische Ortschaften, farbenprächtige Dorffeste und gastfreundliche Einheimische werden sie willkommen heissen. | ![]() |
Aus dem Programm:
Wir besuchen die interessantesten Orte und die erstaunlichsten Sehenswürdigkeiten des Dukats.
Wir verfolgen die Spuren der Farnese-Herzöge (im 16. Jh. eine der mächtigsten Familien Europas) und des genialen Architekten der Spätrenaissance, Antonio da Sangallo d.J.. Er war der Architekt des Farnese-Papstes Paul III. und verantwortlich für Bauten wie den Petersdom, den Palazzo Farnese und die Münze in Rom. Von ihm sind Paläste, Befestigungsanlagen und Kirchen im ehemaligen Herzogtum noch erhalten, aber auch Ruinen seiner zerstörten Gebäude werden wir aufsuchen.
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| Etrurische Landschaft: Blick über Teil des ehemaligen Herzogtums Castro. Am Horizont rechts der Monte Canino, links die volsinischen Vulkane. |
Eine Exkursion führt zur Ruinenstadt Castro, wobei der Gang durch die Ruinen beschwerlich sein kann. Dort sehen wir u.A. die Überreste der Burg, der Kathedrale, des Bischofspalastes, des Hauptplatzes mit diversen Palazzi, das Kloster San Francesco und das Nonnenkloster. Dort wird Ihnen die Stelle gezeigt, wo die Äbtissin Elena Orsini, weil sie ein Kind geboren hatte, lebenslänglich eingemauert wurde. Unerschrockene können sich in die Gruft der Sebastians-Kirche hinablassen, die mit menschlichen Skeletten noch vollgestopft ist.
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| Farnese, aus der Luft. | Farnese, Blick zum Stadttor. |
Ein Ausflug führt uns auch in die benachbarte weiland Orsini-Grafschaft Sorano, mit den Orten Pitigliano, Sovana und Sorano mit ihren wunderbaren Sehenswürdigkeiten.
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| Cellere, Tempietto del Sangallo. | Latera, Herzogspalast. |
Kurze Wanderungen in - teils unwegsamen - Gelände und der Besuch von Kirchen, Palazzi und kleinerer Museen sind vorgesehen.
Nach Möglichkeit besuchen wir auch malerische Wochenmärkte, Dorffeste, Weinkeller und Buschenschenken, kurz: wir nehmen, wo immer möglich, am lokalen Leben Teil.
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| Halbinsel Capodimonte mit dem Farnese-Schloss des Sangallo. |
Aus dem nördlichen Teil des Kirchenstaates trennte Papst Paul III (Alexander Farnese) 1537 ein grosses Stück Territorium ab, um daraus für seinen unehelichen Sohn Pier Luigi ein Herzogtum zu schaffen. Nach dessen Hauptstadt wurde es "Ducato di Castro" genannt.
Pier Luigi beauftragte Künstler, Architekten (Antonio da Sangallo d.J.) und andere Experten, Stadt und Staat auf Vordermann zu bringen. Höflinge, Günstlinge und Speichellecker begannen, sich in der Bischofstadt Castro und den anderen Orten prächtige Palazzi und Stadthäuser zu bauen. Strassen wurden begradigt, moderne Befestigungsanlagen errichtet, Kirchen und Klöster gebaut und Landstrassen gepflastert, Rohstoffvorkommen erkundet. Ein Gesetzeswerk wurde erlassen, eine eigene Währung eingeführt. Man machte viel Aufhebens um das Herzogtum Castro. Ein goldenes Zeitalter war angebrochen. Aber schon bald gierte Papst Paul III nach Höherem.
1545 wurde Pier Luigi zum Prinzen von Parma und Piacenza ernannt. Nun spielte er in der Oberliga.
Castro interessierte ihn hinfort nicht mehr, die Verwaltung des Herzogtums wurde im wesentlichen seiner Gattin Girolama Orsini überlassen, für die er sich, nach der Zeugung seiner Nachkommen, ebenso wenig interessierte. Die Höflinge zogen wieder ab, viele Bauwerke wurden nie fertiggestellt.
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| Castro, Hauptstrasse mit Kirchenruine San Pancrazio. |
Nachfolgende Päpste trachteten ihrerseits danach, ihre Nepoten mit Fürstentümern auszustatten, und so wurde immer wieder der Versuch gemacht, durch Kauf oder Krieg in den Besitz von Castro zu gelangen.
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| Castro, Palazzo Caronius. | Castro, Weinkeller Nr. 55. |
Als Herzog Ranuccio II auch noch den von Papst Innozenz X. ernanntenBischof von Castro 1649 umbringen liess, kam es zum Krieg. Die herzoglichen Truppen wurden geschlagen, das Herzogtum erobert, die Stadt Castro besetzt.
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| Castro, verschüttetes Haus. | Was von der Kathedrale übriggeblieben ist. |
Als erstes wurde der Bischofssitz nach Acquapendente verlegt. Des Papstes Rache sollte aber fürchterlich sein: Um den Farnese zu bestrafen, wurde seine Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Die Einwohner waren vorher vertrieben worden, man hinderte sie am Wiederaufbau. Und so schlummert die Ruinenstadt heute noch, von dichtem Wald bedeckt, vor sich hin.
Die Äbtissin von Castro
In der Stadt Castro soll einst eine Äbtissin eine Liebschaft zum dortigen Bischof unterhalten haben. Sie gebar ein Kind, wurde entdeckt und zum Tode durch Einmauern verurteilt.
Stendahl hat diese Geschichte in seiner Novelle 'L'Abesse de Castre' verewigt. Was ist wahr an der Geschichte? Nachforschungen haben ergeben, dass es die Äbtissin tatsächlich gegeben hat. Der Bischof wurde abgesetzt, aber er leugnete jegliche Schuld. Auch die Äbtissin, Gräfin Elena Orsini, entlastete ihn ehe sie ihr fürchterliches Todesurteil entgegennahm. Den Namen des Vaters aber verriet sie nicht.
Während der archäologischen Forschungen in den Ruinen von Castro entdeckte Dr. McTaggart das Kloster, welches übrigens von Antonio da Sangallo d.J. erbaut worden war. In dessen unterirdischen Gewölben gibt es einen kleinen fensterlosen Keller, hinter einer Trennmauer ist ein winziger Raum, der nur durch ein später in diese Mauer gebrochenes Loch erreichbar ist. Die Todeszelle der Äbtissin?
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| Pitigliano (oben) und Sorano bildeten einst eine unabhängige Grafschaft die zunächst den Hildebrand, dann den Orsini gehörte. Unter den Medici fiel die Grafschaft an das Großherzogtum Toskana. Die Äbtissin von Castro entstammte der Familie der Grafen Orsini von Pitigliano. |
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